Mittwoch, 15. September 2010

Dark Castle

























Doom bzw. Sludge scheint das Underground-Pendant zum Metal/- Deathcore zu sein. Seit einigen Jahren dringt gerade wieder eine größere Blase an alten und auch neueren Bands an die Oberfläche. Doch während vor allem mit der Deathcore-Schiene noch immer das schnelle Geld zu machen scheint und 08/15-Bands wie Suicide Silence weiterhin als das nächste große Ding überhyped werden, verfügt die Doom/Sludge-Welle über große qualitative Substanz und zeigt sich vor allem stilistisch äußerst variabel. Während sich die Savannah-Bande um Kylesa und Baroness zunehmend im Psych und auch Progrock bedient, Torche inzwischen fast eine Art Sludge-Pop spielen und auch klassische Doombands wie Pentagram oder Saint Vitus wieder zu sehen sind, haben sich viele andere stark von Neurosis und deren Epigonen beeinflussen lassen. Dark Castle gehören wohl am ehesten noch in die letzte Gruppe, ein Postrock-Einfluss wie er zuletzt immer beliebter wurde, lässt sich gleichwohl nicht finden. Das Spiel mit der Laut-Leise-Dynamik erinnert, insbesondere in den leisen Momenten und in der Vehemenz, mit der es hier vorgetragen wird, an alte Neurosis, die doomigen Riffs und der absolut fiese "Gesang" von Stevie lassen an den letzten Yob-Monolithen denken. Etwas besonderes werden Dark Castle aber durch die immer wieder eingestreuten psychedelischen Einsprengsel und Zwischenspiele, die die dann folgende Doomwalze nur noch zerstörerischer wirken lassen. Nur mit Gitarre und Drums bewaffnet erschaffen Dark Castle so meterhohe Soundwände, die mitunter derart finster daher kommen, dass Shagrath und co. vermutlich ganz ohne Corpsepaint die Leichenblässe ins Gesicht getrieben wird.

Myspace: http://www.myspace.com/darkcastlemetal




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